|
Rindern ist römischen Ursprungs und möchte Vergangenheit in alter Lehrerwohnung sichtbar machen
Arenacum bekommt eigenes Museum
KLEVE-RINDERN (RP). Die Farben grün, gelb und rose, die unter den alten Tapeten und Anstrichen zutage kommen, wirken beinahe römisch. "Retro-römisch"
sozusagen, denn das Streifenmuster stammt aus der Zeit um 1930, vermutet Heike Baumewerd-Schmidt.
Die Bonner Archäologin hat das Konzept für die geplante Sammlung "Arenacum" im künftigen Rinderner Heimat- museum entworfen und führte gestern gemeinsam mit
Roland Verheyen, dem Vorsitzenden des Heimatvereins, durch das Haus Hohe Straße 116. Hier, in der ehemaligen Oberlehrerwohnung, die die Stadt Kleve den Rindernern
gegen Übernahme der Unterhaltungskosten überlässt, wird eine ständige Ausstellung eingerichtet.
Schon lange vor unserer Zeitrechnung besiedelt und von den Römern ,Arenacum` genannt, möchte Rindern seine Vergangenheit sichtbar machen und das Haus (gleich neben
der alten Schule) auch pädagogisch nutzen. Funde aus römischer, keltischer und fränkischer Zeit werden hier eine Heimat finden, zudem will der Verein im Obergeschoss an
bedeutende Persönlichkeiten Rindern wie Johanna Sebus oder Maria Reymer erinnern.
Auf etwa 90 Quadratmetern, die bis zum Jahreswechsel von der Hausmeisterfamilie bewohnt wurden, sollen Gegenstände, die bisher in Vitrinen der Begegnungsstätte
des Heimatvereins aufbewahrt wurden, angemessen untergebracht werden. Derzeit ist das Haus, das um 1890 gebaut wurde, eine Baustelle. Die Wände sollen in Farben,
die an die römische Zeit erinnern, gestaltet werden, für den Fußboden im Erdgeschoss haben die Initiatoren helle Eiche aus dem Reichswald ausgesucht. In einer Ecke werden
römische Ziegelplatten eine antike Fußbodenheizung andeuten, unter dem Teppichboden im Flur sind schöne alte schwarz-weiße Fliesen erhalten.
"Wir freuen uns besonders auf den Bronzeschatz, der in Düffelward gefunden wurde und als Dauerleihgabe in unser Museum kommen soll", berichtet die Archäologin, die seit
1995 mit den Rinderner Sammlern arbeitet. Nicht Xanten und nicht Nimwegen (wo die bronzenen Schüsseln und Kannen durch Vermittlung Drs. Guido de Werds gerade
restauriert werden), sondern Rindern "bekommt" die kostbaren Gegenstände.
"Die Dezentralisierung der Museenlandschaft ist ausdrücklich erwünscht; wir arbeiten an einem Band von Ausstellungsorten, das sich entlang der Via Romana von
Keeken über Rindern nach Millingen erstreckt", berichtet die Fachfrau. Lange Zeit wurden die Klever Funde im Rheinischen Landesmuseum Bonn aufbewahrt; die
Rückkehr einiger Stücke ins Fundgebiet der Düffel soll den Menschen ihre Vergangenheit wieder näher bringen. "Geplant ist außerdem eine enge Kooperation mit der
Grundschule, die hier workshops durchführen kann", sagt Verheyen. Denkbar seien Arbeiten mit Lehm, Nachformen von Keramik oder Modellbau.
Von Anja Settnik
(zurück)
|
|