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Das Spiel mit den Farben
Die Malerin Marianne Tönnissen liebt Farben und die Natur. Das wird in der Ausstellung in Rindern im Forum Arenacum ersichtlich, die am kommenden Sonntag eröffnet wird und bis 24.
Dezember läuft.
VON JENNIFER MINKE
KLEVE-RINDERN Die Kraft des Meeres, die sich während eines Sturms entwickelt ist unendlich groß. Das Schauspiel der Natur, das sich dem Betrachter dann offenbart ist
unbeschreiblich schön und faszinierend. Wellen, die an Klippen schlagen. Gischt, die vom Wind fort geblasen wird. Solche Szenen empfindet die Malerin Marianne Tönnissen unglaublich schön und lässt sich von
diesen Augenblicken in der Natur inspirieren.
Die Momente in der Natur dauern oft nur einen winzigen Moment an, doch ich speicher diese Augenblicke in meinem Kopf und verarbeite sie dann in meinen Werken. Das Malen eines
Bildes geht manchmal sehr schnell. Genauso kurz sind meistens die Situationen in der Natur, die ich mir merke, erzählt Marianne Tönnissen von ihrer Arbeit.
Bevor die 45-Jährige zur Malerei kam, studierte sie Sonderpädagogik und Kunst in Dortmund und veranstaltete damals in der Uni Ausstellungen. Nach Abschluss der Referendarzeit
sicherte sie sich einen Studienplatz für Kunsttherapie an der Hooge School" in Nijmegen. Durch ihre Studiengänge lernte die Kleverin alle Techniken des Malens kennen. Heute malt sie nur noch Bilder, die
sehr frei gestaltet werden können, denn ihre Arbeitsweise ist sehr spontan und dynamisch. Es werden ausschließlich Grundfarben benutzt, die unvermischt aufgetragen werden und erst auf dem Papier ineinander
fließen. Die Farbe wird direkt aus der Tube aufgetragen. Manchmal gelangt die Farbe auch tropfend auf das Papier oder sie wird gegossen. Um beispielsweise die Gischt des Meeres mit viel Kraft und Dynamik auf das
Papier zu bekommen, benutzte Tönnissen einen Schwamm. Für andere Details nimmt sie teilweise die Finger, mit denen Spuren in die Farbe gekratzt werden kann.
Leuchtintensiv
Die Sonderpädagogin verwendet sowohl Aquarellfarben als auch dünnflüssige Acrylfarben, die besonders leuchtintensiv sind und besondere Fließeigenschaften besitzen.
Die nun ausgestellten Werke in Rindern sind auf Aquarellpapier und auf sehr dünnem Seidenpapier entstanden. 25 Bilder kann der Besucher in verschiedenen Räumen des Forum Arenacum
betrachten - gekoppelt mit alten Münzen aus der Römerzeit. Die Eindrücke der Natur hat Marianne Tönnissen teilweise am heimischen Niederrhein gesammelt, aber vieles hat sie auch im Norden gesehen. Ich mag die
Landschaften im Norden sehr. In Dänemark gibt es ja auch einiges zu entdecken, was man hier nicht sehen kann", so die 45-Jährige.
Die Farbenspiele, die sie in der Natur entdeckt, greift sie in den Bildern auf. Sie verzichtet bewusst auf Details und reduziert ihre Darstellungen auf das Wesentliche. So sind
Landschaften entstanden, die Elemente der Wirklichkeit aufgreifen. Allein die vorhandene Horizontlinie in den Bildern ruft die Assoziation einer Landschaf hervor.
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