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Im Schatten des Limes”
von KERSTIN OLAñETA
In der gotischen Kirche im niederländischen Elst wurde die Römermeile Rindern-Keeken-Millingen-Elst offiziell eröffnet. Anliegen ist, die Spuren der
Römer und Franken am Niederrhein ortsnah zu präsentieren. Unser Anliegen ist, die historischen Funde zurück zu führen an ihren Ursprungsort“, erläutert Heike Baumewerd-Schmidt.
Wieso sollten römische Münzen, die bei Rindern gefunden wurden, ausgelagert und in einem Museum in Bonn oder Amsterdam gezeigt werden – und somit aus ihrem eigentlichen
Kulturraum verschwinden . . .? Wir haben hier am Niederrhein, direkt bei uns zu Hause, so viele kleine, doch sehr wertvolle Perlen – und die möchten wir den Menschen hier ortsnah
präsentieren“, ergänzt die Archäologin. Schließlich seien doch die Bewohner der Region eng verbunden mit den Hinterlassenschaften ihrer Vorfahren.
Museales Bindeglied
Vor einer rund 20-köpfigen Delegation aus Kleve stellte sie am Samstag in der Kirche von Elst die Konzeption der Römermeile Rindern-Keeken-Millingen-Elst vor, die unter dem
Oberbegriff Im Schatten des Limes“ firmiert. Die Verknüpfung der vier Perlen am Niederrhein“ – der römischen Ausstellungen in Rindern (Forum Arenacum), Keeken (Infozentrum), Millingen
(Infozentrum) und Elst (Kirchenmuseum) – soll den historischen Zusammenhang der Region grenzüberschreitend wieder ins Bewusstsein rücken. Schließlich sehen sich die kleinen lokalen Sammlungen als museales
Bindeglied zwischen Nimwegen und Xanten entlang der Via Romana. Dabei soll freilich der eigenständige Charakter jeder Sammlung gewahrt bleiben: Dies verdeutlichen wir durch die Sammlungsschwerpunkte“,
sagt Roland Verheyen, Leiter des Museum Forum Arenacum. So verstehe sich das Rinderner Museum als Mittelpunkt des Dorfes: Dort werden keltische, römische und fränkische Funde aus der Umgebung gezeigt. Das Thema
der Ausstellung im Keekener Infozentrum lautet Kulturlandschaft“ – ist doch die Landschaft geprägt vom Rhein, dessen natürlicher Uferwall schon in der frühen Eisenzeit besiedelt war. Münzen,
Fragmente von Lanzenspitzen, Bronze-Fibeln und Topf-Scherben erzählen von den Römern und Franken. Im Infozentrum Millingen heißt’s Römisches Leben“, weiter führt die Römermeile nach Elst, zur
gotischen, evangelischen Kirche im Ortszentrum. Das Kirchenmuseum hier ist als größte der vier Perlen der Höhe- und Endpunkt unserer Route“, sagt Frits Witjes, Kultur-Beigeordneter der Gemeinde. Die
Kirche hat mehrere Umbauphasen im romanischen Stil erfahren, bevor sie im 15. Jahrhundert abgebrochen wurde, danach entstand die heutige gotische Kirche. Beeindruckend: In der Krypta sind die Grundrisse der
Tempel und ehemaligen Kirchen noch deutlich zu erkennen.
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