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Was New York und Rindern verbindet
Kleve, 22.11.2007
Rindern. Peter Minuit kaufte 1626 den Indianern Manhattan für 60 Goldgulden ab – später zog es ihn nach Rindern. Fotograph Werner
Meyer stellt im Museum Forum Arenacum den Kontrast der Metropole zu dem Dorf dar.
Einer kleinen unscheinbaren Brücke am Drususdeich steht die Brooklyn Bridge gegenüber. St. Patricks Church – so groß wie der
Kölner Dom – wirkt vom Rockefeller-Center blickend – klein; die St. Willibrord-Kirche erscheint dem Betrachter hingegen riesig. Die Figur des Heiligen Willibrord kann den bombastischen Ausmaßen der
Freiheitsstatue nicht die Stirn bieten. „Rindern – New York” verbindet auf den ersten Blick rein gar nichts. Der riesigen Metropole stellt der
Fotograf Werner Meyer im Museum Forum Arenacum das Dörfchen Rindern entgegen. Denn eines haben sie doch gemeinsam: Peter Minuit war es, der am 6. Mai 1626 „Manahatta” (indianisch für „Insel
aus Fels”; heute: Manhattan) für 60 Goldgulden den Indianern abkaufte („der legendäre Deal”, so Meyer). Der gebürtige Weseler war zwischen 1631 und 1638 eben auch Klever Bürger. Seine Frau
Gertrud Raet stammte aus einer der führenden Patrizierfamilien. In Rindern errichteten sie den Hoppensackhof in der Bauernschaft Havik. Doch Rindern, so macht Meyer deutlich, müsse den Vergleich nicht
scheuen. Während New York aus seiner Sicht eher als Ereignis zu betrachten sei, könne Rindern dem eine hohe Lebensqualität entgegen stellen. „In New York gibt's praktisch keine Tiere, keine
Bäume. Sie können kein Fenster öffnen...”, erzählt der Weltenbummler aus Krefeld. Der Vergleich wirke zunächst grotesk, sei aber spannend. Eingebunden in das Projekt ist zudem die
Johanna-Sebus-Grundschule. Kunstpädagogin Marianne Tönnissen wird in einer Unterrichtsreihe das Thema der Ausstellung aufgreifen. Eine Thema, dass leicht kindgerecht aufgearbeitet werden könne, so
Tönnissen: „Den Kindern wird gezeigt, wie riesig, wie monströs New York im Vergleich zu Rindern ist. Alle Rinderner könnten in einem halben Hochhaus von New York wohnen.” Die Werke der Drittklässler
werden anschließend ebenso ausgestellt. Zudem sei geplant, eine Straße nach Minuit zu benennen.
Bis zum 31. Januar werden Fotographien und Urkunden im Rinderner Museum zu sehen sein, die den Kontrast herausstellen. Geöffnet ist
sonntags von 14 bis 17 Uhr oder nach Absprache; 0 28 21/33 70
Marco Virgillito
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