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Moderne Kunst findet Raum neben Römern
07. Januar.2005 / NRZ-Lokalausgabe Kleve
Kleines Team baut in Rindern Ausstellungshaus aus: "op de Dääl".
RINDERN. Heute sind von 11 bis 13 Uhr Stunden der Offenen Tür. Zu sehen sind 25 Quadratmeter, aber sie sind bedeutungsvoll. In Kleve-Rindern baut der rührige Museumsausschuss einen
dritten Raum zum kleinen Museum an der Grundschule um. Der Schweinestall des Lehrers war er früher, als Schulmeister sich noch Geld nebenher verdienen mussten. Die kleine Tür zum Freilauf bleibt erkennbar, auch
wenn die fünf Männer des Museumsausschusses das Mauerwerk frisch verputzen werden. Der bröckelnde Putz ist schon heruntergeholt. Momentan misst Harald Brüker, ehrenamtlicher Bauleiter, nach, wo fehlende Balken
ersetzt werden. Der Raum ist zwar klein, aber mit seinen fünf Metern ganz schön hoch. Die Balken bleiben bestehen, im Dachgebälk wurde morsches Holz abgeschält, mit biologischem Holzschutzmittel behandelt.
Der Boden wurde 70 Zentimeter tief ausgehoben, isoliert, Wände mit Dichtung gestrichen. Belegt wird der Boden mit durchschnittenen Feldbrandsteinen, um den Charakter der Stallung
zu behalten. Entsprechend wird der Ausstellungsraum auch heißen: "Kunst op de Dääl".
Kunst wird hier nicht die Fortführung des Römisch-Fränkischen "Museums Forum Arenacum" Rindern sein, das mit Bronze-, Münz- und Geschirrfundstücken die vorderen Räume
bestückt. Es soll zeitgenössische Kunst untergebracht werden. Sicher auch mal von Walter Verheyen, der hier selbst Hand anlegt. Aber auch viele andere regionale Künster haben schon angefragt. Sie würden für
Schulkinder und andere interessierte Kindergruppen Workshops anbieten. Überlegt Heimatvereinsvorsitzender Roland Verheyen.
Er und seine Mitstreiter schafften es, Grund- und Hauptschüler für die Römischen Ausstellungsstücke zu gewinnen. Museum langweilig? Nicht, wenn extra ein Museumsspiel entwickelt
wurde, das mit Entdeckerfreude zu tun hat. "Wir haben auch mit Kindern Drucke gemacht, Ziegel geformt, römische Wandmalerei erstellt", zählt er auf.
Wer die neue Maßnahme zahlt? "Unsere Frauen. Durch Freizeitentzug", lächelt Brüker. Insgesamt sind sie gerade bei 350 Stunden ehrenamtlicher Arbeit. Ansonsten fließen 30
000 Euro von NRW-Stiftung, Landschaftsverband und der Euregio sowie Material von heimischen Bauunternehmen.
ASTRID HOYER-HOLDERBERG
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