logo4
links

Letzte Aktualisierung
09.09.2011

Ausrüstung

Der Legionär der Kaiserzeit verfügte über ein umfangreiches Arsenal an Waffen, Schutzausrüstung, Schanzwerkzeug und persönlicher Ausrüstung. Seine Ausrüstung war im Laufe der Jahrhunderte starken Veränderungen unterworfen, bedingt sowohl durch die Wechsel in der Struktur des Staates und der Armee als auch durch die jeweiligen Feinde und durch kulturelle Einflüsse.

Eine Legion umfasste ca. 5.500 Legionäre und zivile Personen. Die Legionäre lebten in kleinen Gruppen, den sogenannten Zeltgemeinschaften (Contubernium).
Zur Kaiserzeit verfügte jede Zeltgemeinschaft über ein Maultier, auf dem die gemeinsame Ausrüstung der Zeltgemeinschaft mitgeführt wurde. Dies war ein Lederzelt, eine Handmühle (das Getreide wurde ungemahlen ausgegeben), evtl. zusätzliche Verpflegung sowie Schanzausrüstung für die Errichtung eines Marschlagers. Teilweise verfügte die Zeltgemeinschaft über einen Helfer, der sich auch um das Maultier kümmerte. Insgesamt wird die Zahl dieser „Helfer“ pro Legion auf über tausend geschätzt, da insbesondere der Tross und die Reitereinheiten über eine erhebliche Anzahl von Pferdeknechten verfügt haben müssen. Der Status dieser „Helfer“ ist nicht ganz geklärt; man nimmt an, dass es sich überwiegend um Sklaven gehandelt hat.

Die Legionen verfügten außerdem über verschiedene Handwerker (Fabri), die sicherlich eine Vielzahl von Spezialwerkzeugen mitführten.

Die Ausrüstung der Legionäre kann in vier Gruppen eingeteilt werden (nach dem Anklicken des Links öffnet sich ein Fenster mit einem Bild des jeweiligen Ausrüstungsgegenstands. Durch erneutes Anklicken des geöffneten Bildes schließt sich dieses wieder.):

Kampfausrüstung

Die Kampfausrüstung bestand aus

kampfausrüstung
  • Galea oder Cassis (Helm), zunächst mit einem bunten Haar- oder Federbusch (Cresta) auf der Mitte später oft ohne
  • Focale (Halstuch)
  • Lorica Segmentata (Schienenpanzer), der nur im 1. bis 3. Jahrhundert n. Chr. Verwendung fand
  • Balteus (Schwertgurt)
  • Gladius (Schwert), ein Kurzschwert mit ca. 50 cm Klingenlänge, das auf der rechten Seite getragen wurde. Ausnahme beim Centurio, der es auf der linken Seite trug.
  • Cingulum Militaris (Militärgürtel)
  • Pugio (Dolch)
  • Scutum Schild, großer rechteckiger Schild aus Holz, überspannt mit verziertem Leder, sowie mit eisernem Schildbuckel
  • Tunica, kurz- oder langärmeliges Kleidungsstück aus Wolle
  • Tunica intima, Untertunika
  • Pilum (Wurfspieß) 2 Stück je Legionär
  • Hasta, schwerer Kampfspeer (wahrscheinlich nicht während der frühen Kaiserzeit)
  • Caligae (Militärschuhe), genagelte Sandalen
  • Funda (Schleuder) war zwar bei den Legionen im Einsatz, normalerweise wurden jedoch spezialisierte Auxiliareinheiten damit ausgerüstet.

 

Schanzzeug, Grundausstattung des Legionärs

Das Schanzzeug und die Grundausstattung des Legionärs bestand aus

Schanzzeug

 

Marschgepäck (Sarcina)

Das Marschgepäck des Legionärs bestand aus:

001_40

 

Persönliche Ausrüstung und Verpflegung

Die persönliche Ausstattung des Legionärs fand in einer Ledertasche Platz. Diese beinhaltete:

imm029_29A

 

 

Fotogalerie zur Ausrüstung der Legionäre

Die Centurionen trugen im Prinzip die gleiche Ausrüstung wie die Mannschaften, jedoch wahrscheinlich insgesamt aufwändiger gearbeitet und verziert. Zusätzlich hatten sie Beinschienen. Ihr Helm war mit einem querstehenden Kamm aus gefärbtem Pferdehaar gekennzeinet (cresta transversa).

Die Schutzausrüstung der Offiziere war sehr individuell und trug vor allem dem Bedürfnis nach Repräsentation Rechnung. Was ihre Schutzwirkung und wohl auch Tragekomfort anging, blieb sie deutlich hinter der Ausrüstung der Mannschaften und Centurionen zurück. Typisch waren prächtige Rüstungen im Stil des griechischen Muskelpanzers aus Bronze mit einem Schurz aus metallbeschlagenen Lederstreifen (Pteryges). Als Helm wurde oft ein ebenfalls griechischen Vorbildern folgender sogenannter „pseudoattischer“ Typ mit dem typischen längs verlaufenden Kamm verwendet. Sie führten keine Pila und wahrscheinlich keinen Schild mit.
Je nach Einsatzgebiet kamen noch andere Ausrüstungsgegenstände hinzu wie Strümpfe oder Hosen (feminalia). Letztere wurden zunächst von der Reiterei regelmäßig getragen, setzten sich ab dem 2. Jahrhundert n. Chr. aber auch in den Legionen allgemein durch.

[Kohorte] [Links] [Impressum] [Lumepnsammler]